**** Nach dem eher enttäuschenden 73er Album „Sweet Freedom“ boten Uriah Heep im Sommer 1974 mit „Wonderworld“ ein Album, das, mit einigen Abstrichen, an die Qualität der Alben 3-5 anknüpfte. Das Album beginnt gleich mit einem fabelhaften Song: „Wonderworld“ ist ein melodiöser Rocksong, der vor allem durch die tolle Stimme David Byron seine Klasse bezieht. Ich würde „Wonderworld“ zu den 10 besten Uriah Heep Songs zählen. „Suicidal Man“ ist ein gradliniger Rocker, der ein wenig an Deep Purple erinnert. „The Shadow And The Wind“ bietet besten Uriah Heep Standart, ebenso wie „So Tired“. Allerdings sind das Stücke, die eigentlich nur eingefleischten Uriah Heep Fans gefallen dürften. Wer Spaß an schnellen Rocksongs ohne Schnörkel hat, der sollte hier unbedingt mal reinhören. Die herrlich angekitschte Ballade „The Easy Road“ ist mit Streichern, Flöten und Bläsern angereichert und zeigt einmal mehr die musikalische Vielfalt der Gruppe. Im Stil ihres 72er Hits „Easy Livin‘“ ist „Something Or Nothing“ gehalten, ein gradliniger Rocker ohne Schnörkel. Als Single ausgekoppelt konnten die Heeps mit diesem Stück in Deutschland im Juli 1974 einen kleinen Hit verbuchen. „I Won’t Mind“ ist ein schleppender Bluesrock, der etwas zäh dahinfließt. „We Got It“ ist ein gradliniger Rocker, der vor allem im Refrain durch den mehrstimmigen Gesang von David Byron und Ken Hensley besticht. Gut aber nicht ganz überzeugend ist das keyboardlastige „Dreams“. Alles in allen ist „Wondeworld“ ein gutes Album, aber ebenso wie auf dem Vorgänger „Sweet Freedom“ sind erste Abnutzungserscheinungen unübersehbar. |