**** Wie so oft in der History von Uriah Heep rotierte auch 1979 das Personalkarussell bei Uriah Heep. Der Ausstieg von Sänger John Lawton und Schlagzeuger Lee Kerslake stürzte die Gruppe in eine große Krise. Als neuen Schlagzeuger engagierten Ken Hensley und Mick Box den erfahrenen Chris Slade, der u.a. in Manfred Mann’s Earth Band einen guten Namen gemacht hatte. Als neuen Sänger wurden einige bekannte Namen gehandelt, und nicht wenige Fans hofften, es würde zu einer Neuauflage zwischen Uriah Heep und David Byron kommen. Statt dessen präsentierte die Gruppe den nahezu unbekannten John Sloman. Er war allerdings nicht mehr als eine Notlösung, als das man von ihm erwarten konnte, daß er über einen längeren Zeitraum diese Position ausfüllen könnte. Zwar ist John kein schlechter Sänger, seinen Vorgängern John Lawton und schon gar nicht David Byron konnte er allerdings auch nicht annähernd das Wasser reichen. Fast eineinhalb Jahre hatten sich Uriah Heep für ihr neues Album Zeit gelassen. Allerdings war diese lange Wartezeit tödlich für die Band, was weniger an der Qualität von „Conquest“ als vielmehr an den veränderten Publikumsgeschmack lag. Discosound und New Wave beherrschten nach wie vor die internationalen Hitparaden und mit dem Elektro-Pop kam mit mächtigen Schritten ein neuer Trend, den das Publikum begierig aufnahm. Da hatte es eine Gruppe wie Uriah Heep, die konventionellen Rock spielte, schwer. Zwar waren auf diesem Gebiet Gruppen wie Status Quo und Thin Lizzy nach wie vor erfolgreich, die waren aber pausenlos auf Tourneen und brachten in schöner Regelmäßigkeit neue Platten auf dem Markt. Und auch auf dem Gebiet des Hardrock hatte sich einiges getan, denn eine neue Generation von Heavy-Metal Bands wie Judas Priest, Iron Maiden, Saxon oder AC/DC attackierten die Rockfans mit messerscharfen, aggressiven Rock. Das wirkten die Altrocker von Uriah Heep schon fast antiquiert. Von der internationalen Musikpresse wurde sie schon fast gar nicht mehr wahrgenommen und wenn, dann wurden sie und ihr neues Album „Conquest“ gnadenlos in der Luft zerrissen. Die 8 Stücke auf „Conquest“ sind wesentlich rockiger als die auf den erfolgreichen Vorgängern, auch wenn Ken Hensley und Co. auch hier nicht hier und da auf poppige Elemente verzichtet haben. „No Return“ ist ein solider Mainstream-Rocker, der musikalisch an Toto und Foreigner erinnert, aber nicht herausragt. Der Slow-Rocker „Imagination“ verfügt über eine satte Baßlinie und trägt deutlich Ken Hensleys Handschrift. Dr als Single ausgekoppelte poppig klingende Rocker „Feelings“ sollte an die Erfolge vergangener Zeiten anknüpfen, erwies sich allerdings als Ladenhüter. Dabei ist dieses Stück gar nicht mal übel, verfügt es doch über ein gewisses Hitpotential. Das Stück ist sauber und gradlinig gespielt, einzig die nicht gerade überzeugenden stimmlichen Qualitäten John Slomans wirken wie ein Fremdkörper. Mit einem David Byron oder John Lawton waren am Mikrophon wäre „Feelings“ mit Sicherheit ein Glanzstück des Albums. „Fools“ ist eine wirklich starke Rockballade, die aber ebenso wie „Feelings“ unter den eher durchschnittlichen gesanglichen Qualitäten John Slomans leidet. „Carry On“ ist zeitgemäßer Mainstream-Rocker amerikanischen Zuschnitts, der gut abgeht und der gut zu John Sloman paßt. „Won’t Have To Wait Too Long“ ist ein weiter solider Mainstream-Rocker, der allerdings nicht weiter auffällt. Die Ballade „Out On The Street“ dagegen ist gut gelungen, ebenso „It Ain’t Easy“. Allerdings offenbaren diese Stücke einmal mehr die wenig überragenden stimmlichen Qualitäten John Slomans. Er ist wahrlich kein schlechter Sänger, aber während des gesamten Albums wirkt er wie ein Fremdkörper in der Musik. Allerdings muß man John zugestehen, daß er es nicht einfach hatte, in die übergroßen Fußstapfen von David Byron oder John Lawton konnte er einfach nicht schlüpfen. Dementsprechend schnell war die Zusammenarbeit zwischen ihm und Uriah Heep auch schon wieder beendet. Es folgte noch die Singleproduktion „Love Stealer“ (eine unglaublich bizarre Version des Hello Hits von 1976), dann standen Uriah Heep wieder einmal ohne Sänger da. Uriah Heep Fans werden seinen Ausstieg mit Sicherheit nicht bedauert haben. |