***** Zu den Aushängeschildern des Philly-Sounds aus der Hitschmiede der beiden Komponisten und Produzenten Kenny Gamble und Leon Huff gehörten The Three Degrees. Das Damentrio wurde 1966 in Philadelphia gegründet und tingelte einige Jahre ohne nennenswerten Erfolg durch die Clubs der USA. Das Blatt schien sich für Fayette Pinkney, Sheila Ferguson und Valerie Holiday zum guten zu wenden, als ihr Manager Richard Barrett gelang, sie beim bekannten und erfolgreichen Label Roulette unterzubringen. Mit „Maybe“ gelang ihnen im Sommer 1970 ein erster vielversprechender, wenn auch nicht überragender Hit. Ein Auftritt in dem William Friedkin Thriller „French Connection“ machte das Trio auch international bekannt, allerdings ohne große Auswirkungen in den Hitparade. Obwohl sie mit „I Do Take You“ (1970), „You’re The One“ (1971), „There’s So Much Love All Around Me“ (1971) und „I Wanna Be Your Baby“ (1972) weitere, kleinere Hits in den US-Charts landen konnte, ließ der große Durchbruch auf sich warten. Der kam, als die beiden Komponisten und Produzenten Kenny Gamble und Leon Huff die Gruppe für ihr Label Philadelphia International Records unter Vertrag nahmen. Für dieses zwischen 1972-1975 sehr erfolgreiche Label arbeiten sie innerhalb der Studiocrew auch als Backgroundchor (u.a. liehen sie für den Welthit „TSOP“ ihre Stimmen). Ihre ersten Erfolge für P.I.R. feierten sie indes in Europa: „Dirty Ol‘ Man“ und „Year Of Decision“ wurden in der alten Welt zu Hits und machten den Philly-Sound zu einem echten Markenbegriff. Ihren wohl größten Hit feierten die drei Damen 1974 mit „When Will I See You Again“, der sowohl in den USA als auch in England eine Nummer 1 war. Mit „Get Your Love Back“ und „Take Good Care Of Yourself“ gelang ihnen zwei erfolgreiche Nachfolgehits. Gegen den aufkommenden Discosound geriet die federleichte, gut tanzbare Musik aus dem Hause P.I.R. ins Hintertreffen und nach 1975 verschwanden The Three Degrees für einige Jahre in der Versenkung. 1978 buddelte sie Giorgio Moroder wieder aus der Versenkung aus und produzierte mit zwei Langspielplatten. Die daraus ausgekoppelten Singles „Givin‘ Up Givin‘ In“, „Woman In Love“, „The Runner“ und „My Simple Heart“ waren überwiegend in Europa erfolgreich. Der 1979 erstmals erschienene und 1988 für die CD-Version erweiterte Sampler „Greatest Hits“ enthält ausschließlich Material ihrer ganz großen Zeit, der Jahre 1973-1976. Neben den Hits „„Dirty Ol‘ Man“, „Year Of Decision“, „When I Will See You Again“, „Get Your Love Back“, „Long Lost Lover“ und „Take Good Care Of Yourself“ enthält der Sampler jede Menge gutes Material wie z.B. eine Spezialversion von „TSOP“, „Love Train“ (im Original der erste und einzige Hit für The O’Jays), „Toast Of Love“, „What I Did for Love“ (aus dem Musical „A Chorus Line“) oder eine wirklich gelungene Version des Boz Scaggs Hits „We’re All Alone“. Im Großen und Ganzen sind die Lieder der Three Degrees nichts für die Ewigkeit, bieten aber durchgehend geschmackvolle Unterhaltung. Darüber hinaus boten The Three Degrees eine echte Alternative zum Motown Top-Act The Supremes (wohlgemerkt, nach dem Weggang von Diana Ross!). Gleichzeitig dokumentieren die Lieder der Gruppe das Bemühen von Kenny Gamble und Leon Huff, ein möglich breites, gemischtrassiges Publikum für ihre Musik anzusprechen. Wer an ein gutes Stück Unterhaltungsmusik der 70er Jahre interessiert ist, der sollte diesem durchwegs guten Sampler Gehör schenken. |