****** Mit den beiden Alben „Piledriver“ und „Hello!“ sowie den Singlehits „Paper Plane“ und „Caroline“ schafften Status Quo im Jahre 1973 den endgültigen Durchbruch und stiegen in die Riege der Topgruppen auf. Mit ihrer gradlinigen Rockmusik und ihren mitreißenden Bühnenshows konnten sie ihre Anhängerschaft kontinuierlich vergrößern. Francis Rossi, Richard Parfitt, Alan Lanchaster und John Coghlan spielten nicht am Publikum vorbei und mit ihrer direkten Art konnten sie auch Leute für sich gewinnen, die nicht unbedingt auf Rockmusik standen. Damit waren sie seinerzeit ein Phänomen ähnlich wie Thin Lizzy oder Nazareth. Zum Zeitpunkt des Erscheinen ihres siebten Albums „Quo“ im Jahre 1974 stand wieder einmal eine grundlegende Änderung des Publikumsgeschmacks bevor: Die Glam- und Hardrockwelle der letzten Jahre ebbte langsam aber sicher ab, dafür stand der Discosound mit seinem Vorläufer, dem Philly-Sound in den Startlöchern. Zwar konnten die großen Rockgruppen der vergangenen Jahre wie Deep Purple, Black Sabbath, Led Zeppelin oder Grand Funk Railroad nach wie vor große Erfolge feiern, doch die nahende Konkurrenz machte ihnen schon zu schaffen. Unbeeindruckt von vergangenen, gegenwärtigen und kommenden Trends spielten Status Quo ihren kraftvollen Powerrock. Während die (noch) führenden Rockgruppen mit gigantischen Bühneshows und aufgesetzten Superstargehabe am Publikum vorbeispielten, pflegten die Quos eher ein kumpelhaftes Verhältnis mit dem Publikum. Diese gradlinige Ehrlichkeit war letztendlich dafür ausschlaggebend, das Status Quo ab 1975 zu einer Supergruppe aufstieg, ohne jemals die Bodenhaftung zu verlieren. Sie verzettelten sich nicht in diffuse musikalische Experimente und ausladenden Solos, sondern spielten das, was ihnen selber gefiel. Und damit trafen sie den Nerv ihres Publikums. Das Cover von „Quo“ suggeriert Heavy-Metal. Davon sind die Quos allerdings weit entfernt, obwohl sie es mit ihrem äußerst kraftvollen Rock mit jeder Heavy-Metal Band jener Zeit locker aufnehmen konnten und diese, wenn es sein mußte, mühelos von der Bühne fegen konnten. Stücke wie „Backwater“, „Just Take Me“, Drifting Away“, „Don’t Think It Matter“ und das fast achtminütige „Slow Train“ unterstreichen das nachhaltig. Hier strotzen die Jungs nur so vor Energie und purer Spielfreude. Ihre Mischung aus Blues, Boogie, Rock’N’Roll und 70er Jahre Hardrock ist einfach nur geil. In „Fine Fine Fine“ und „Lonely Man“ lassen sie es etwas poppiger angehen. Auch mit diesen Nummern beweisen sie äußerst gutes und stilsicheres Händchen. Bleibt noch „Break The Rules“, als Single Mitte 1974 ein internationaler Hit. Zwar hat mir dieses Stück nie sonderlich gut gefallen, aber gemessen am Standart der unzähligen Hitproduktionen des Jahres 1974 ist es gehobener Durchschnitt. Alles in allen ist den Status Quo mit „Quo“ ein wirklich tolles Album gelungen, das dem grandiosen Vorgänger „Hello!“ in nichts nachsteht. Wer die Gruppe einmal kennenlernen möchte, der bekommt mit diesem Album einen optimalen Einstieg. |