***** 1968 erschien der Name Status Quo wie ein neuer Stern am englischen Pophimmel, mit „Pictures Of Matchstick Man“ feierte die Gruppe einen internationalen Tophit. Nach den beiden weniger erfolgreichen Nachfolgehits „Black Veils Of Melancholy“ und „Ice In The Sun“ schien ihr Stern aber wieder wie eine Sternschnuppe zu verglühen. Die Gruppe spielte damals noch eine psychedelisch angehauchten Poprock und das Publikumsinteresse an dieser Musik ließ zu jenem Zeitpunkt wieder nach. Die Musiker der Quos waren allerdings noch relativ jung und in der Lage, um mit einer Kurskorrektur dem Abwärtstrend entgegenzuwirken. Anfang der 70er Jahre war Hardrock angesagt und da fanden sie die ideale Plattform für ihre Musik. Mit einer Mischung aus Rock, Blues und Elementen des Boogie Woogie traten sie dann ab 1970 auf den Plan und legten damit den Grundstein für eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Das sie sich mit dieser Musik auf einem guten Weg befanden, zeigen die Chartplazierungen ihrer Singles „Down The Dustpipe“ und „In My Chair“ 1970 in England. Diese beiden Stücke erschienen nie auf einem Studioalbum, dafür aber auf den zahlreichen Quo-Samplern ihrer damaligen Plattenfirma PYE. Den Anfang machten sie mit dem Album „Ma Kelly’s Greasy Spoon“, meines Wissens nach ihr drittes Album. Dieses Album ist typisch für Status Quo: Die Musiker wollen erst gar nicht erst den Anschein erwecken, sie seien herausragende Musiker. Das, was sie können, setzen sie in den 10 Stücken optimal um. Sie verzettelten sich nicht endlosen, aufgeblähten Solos, sondern setzten ihre Fähigkeiten ganz im Dienst der Musik ein. Richtig gut ist „Ma Kelly’s Greasy Spoon“ dann, wenn die Quos einen gepfefferten Bluesrock spielen, der zeitweise an die damals recht erfolgreiche amerikanische Gruppe Canned Heat erinnert. „Spinning Wheel Blues“, „Shy Fly“, „(April), Spring, Summer And Wednesday“, „Junior’s Wailing“, „Lakky Lady“, „Need Your Love“, „Lazy Poker Blues“ und „Is It Really Me/Gotta Go Home“ gehen richtig gut ab und sind einfach nur geil. Hier spürt man zu jedem Zeitpunkt, daß die Quos richtig mit Freude bei der Sache sind bzw. das sie zu dem stehen, was sie spielen. „Daughter“ klingt richtig poppig und erinnert an das was, was Status Quo in den 60er Jahren gespielt hat. „Everything“ ist eine Ballade mit Akkustikgitarre und sparsamen Streichereinlagen, die an die Bee Gees erinnert. Das Stück ist zwar nicht übel, wäre aber nicht unbedingt nötig gewesen. Meines Erachtens ist „Everything“ der einzige Schwachpunkt in „Ma Kelly’s Greasy Spoon“. Allerdings fällt dieser angesichts des durchwegs guten Materials nicht weiter auf. Alles in allen ist das von John Schroeder produzierte „Ma Kelly’s Greasy Spoon“ ist ein rundum solides Album mit hohem Unterhaltungswert, das man sich von Zeit zu Zeit immer wieder mal reinziehen kann. Last edited: 16.12.2007 13:14 |