***** Mit der Single und dem gleichnamigen Debütalbum „Pass It Around“ erregten Smokey Anfang 1975 nur geringes Publikumsinteresse. Mickie Most war aber von den Erfolgsaussichten der Gruppe überzeugt und schob im Sommer 1975 Album Nummer 2 „Changing All The Time“ nach. Und seine bekannt gute Nase für Erfolgsprodukte hatte ihn auch diesmal nicht im Stich gelassen, denn mit der ersten Singleauskopplung aus dem neuen Album gelang der Gruppe im Sommer 1975 der Durchbruch: „If You Think You Know How To Love Me“ wurde nicht nur in England ein Top 10 Erfolg, sondern machte die Gruppe auch international bekannt. Und das völlig zu Recht, denn die sanfte Rockballade gehört mit Sicherheit zu den schönsten Hits des Jahres 1975. Auch das Album „Changing All The Time“ kann sich hören lassen, denn neben „If You Think You Know How To Love Me“, Hit Nummer 2 „Don’t Play Your Rock’N‘ Roll To Me“ und „We‘re Flying High“ enthält es mit dem Titelsong eines der besten Stücke der Gruppe überhaupt. Alle Stücke stammen aus der Feder des Autorengespanns Nicky Chinn und Mike Chapman, die damit einmal mehr ihr schier unglaubliches Gespür für hitparadentaugliche und kommerzielle Melodien unter Beweis stellen. Die restlichen Lieder, teils aus der Feder von Chinn/Chapman, teils von den Smokey Mitglieder geschrieben, bieten soliden, gut gespielten Poprock, der allerdings nicht weiter auffällt, aber auch nicht stört. Mit ihrer teilweise sehr harmonischen Musik stießen sie vor allem bei einem jugendlichen Publikum auf reges Interesse, denen die Musik der beherrschenden Teeniebands wie Bay City Rollers, Kenny, Hello oder The Sweet zu laut und hektisch war. Und wie der Erfolg der nächsten Jahre bewies, lagen Smokey mit ihrer Musik goldrichtig. Erwähnenswert ist vielleicht noch die Tatsache, daß Smokey auf Drängen des amerikanischen Soulstars Smokey Robinson im gleichen Jahr die Schreibweise ihres Gruppennamen in Smokie umändern mußte. Ich glaube, da hat der gute William „Smokey“ Robinson etwas überreagiert, den Verwechslungen zwischen der Gruppe und ihm waren wohl ausgeschlossen, lagen zwischen beiden doch Welten. Wie dem auch sei, „Changing All The Time“ ist zwar kein Werk für die Ewigkeit, bietet aber angenehme, zeitlose Unterhaltung und dürfte all denen gefallen, die guten Poprock zu schätzen wissen. |