**** Einer der merkwürdigsten Texte deutscher Songschreiberkunst, diese Parabel über die Straßenbahn.
Zur Verdeutlichung hier der Text:
Seht, dort rattert sie heran, unsre alte Straßenbahn. Auf der vorgeschriebnen Strecke biegt sie pünktlich um die Ecke, Bremst gemächlich und hält an, dass man sie besteigen kann.
An der Haltestelle steht alles, was per pedes geht. Frauen, Männer, Kinder, Hunde warten hier zu jeder Stunde, Ob es kalt is oder heiß auf die Fahrt zum festen Preis.
Knuffen, Puffen, Meckern; Schrein, jeder will der Erste sein. Alle drängeln, schieben, hetzen zu beliebten Fensterplätzen, Man verzeih mir den Vergleich, grade wie im Himmelreich.
Ist der Fahrschein erst gelöst, liest man Zeitung oder döst. In den ausgefahr’nen Gleisen kann man ganz beruhigt reisen, Denn man weiß, wohin es geht, weil der Führer vorne steht.
Oft hat bei der Straßenbahn mancher Mensch sich doch verfahr’n. Dann hilft nur noch nachzulösen, nicht zu schlafen, nicht zu dösen, Denn die Bahn fährt ja zum Glück jede Strecke auch zurück.
Alles wäre halb so schwer, wenn’s im Leben auch so wär. Bei Beschwerden, Nöten, Leiden einfach um- und auszusteigen Und den Weg zurück zu fahr’n grad wie in der Straßenbahn.
Alles wäre halb so schwer, wenn’s im Leben auch so wär.
Interessant, oder? Aber auch ein wenig zu abgehoben intellektuell. Da hat er später knackigere, lebensnähere Texte geschrieben. Dennoch: 4 Sterne kann man doch ohne zu Zögern für dieses etwas antiquierte denkwürdige Kleinod zücken. |