****** Einer der außergewöhnlichsten Stars der 70er Jahre ist mit Sicherheit der am 24.06.1950 in Brighton geborene Leo Sayer. Mit Liedern, die eigentlich gar nicht so recht in das übliche Hitparadenklischee paßten, konnte er sich bei einem großen Publikum durchsetzen. Seinen ersten Erfolg hatte Leo zunächst als Komponist, als Roger Daltrey, Sänger von The Who, mit seiner Komposition „Giving It All Away“ 1973 einen Hit landen konnte. Überhaupt setzte Roger Daltrey für sein erstes Soloalbum „Roger Daltrey“ ausschließlich auf Kompositionen aus der Feder von Leo und seinem Partner David Courtney. Dieser Erfolg ermutigte Leo, es selber als Solist zu versuchen. Im gleichen Jahr erschien sein erstes Album und mit der Single „The Show Must Go On“ landete er zur Jahreswende 1973/74 einen internationalen Tophit. Nicht nur das Lied war außergewöhnlich sondern auch Leos Outfit: Mit grellgeschminkten Gesicht und in einem Clownskostüm maskiert präsentierte er sich dem Publikum. Das dieser Erfolg keine Eintagsfliege war, bewiesen die Nachfolgehits „One Man Band“ (1974), „Long Tall Glasses“ (1974) und „Moonlightning“ (1975). Musikalisch widersetzte sich Leo jeglichen Trends und trotzdem oder gerade deshalb immens erfolgreich. Die Alben „Silver Bird“ (1973), „Just A Boy“ (1974) und „Another Year“ (1975) unterstrichen seine Extravaganz und wiesen ihn als ausgezeichneten Sänger und Komponisten aus. Wer gedacht hatte, Leo würde zu weiteren musikalischen Höhenflügen ansetzten, sah sich Ende 1976 arg enttäuscht. Ende 1976 erschien nach einem knappen Jahr Sendepause „You Make Me Feel Like Dancing“, und präsentierte Leo als Sänger eines ziemlich miesen Discoliedes. Obwohl „You Make Me Feel Like Dancing“ die totale Abkehr von seinem bisherigen Image war, wurde dieses Lied sein bis dato größter Hit: Nr. 2 in England und sogar Nr. 1 in den USA. Ein ähnlich großer Erfolg wurde die Nachfolgesingle „When I Need You“, eine herrlich angeschnulzte Ballade aus der Feder von Albert Hammond und Carole Bayer Sager, die diesseits und jenseits des Atlantiks ein Nummer 1 Hit wurde. Auch die beiden Nachfolgesingles, die Disconummern „How Much Love“ und „Thunder In My Heart“ wurden internationale Tophits. Mit seinem abrupten Stilwechsel dürfte er sich mit Sicherheit vieler seiner alten Fans vergrault haben. Um so überraschender fiel sein 78er Album „Leo Sayer“ aus, auf dem er statt Disco nun C&W beeinflußte Musik bot. Die daraus ausgekoppelten Single „Raining In My Heart“, „I Can’t Stop Loving You“ und „Dancing The Night Away“ können sich wahrlich hören lassen, wie überhaupt das gesamte Album an die Qualität seiner Arbeiten der Jahre 1973-1975 anknüpft. Der Sampler „The Best Of Leo Sayer“ präsentiert neben seinen kompletten Hits der Jahre 1973-1978 mit „Train“ und seiner Version von „Giving It All Away“ zwei sehr schöne Albumtitel sowie mit einer extravaganten und eigenwilligen Version des Beatles Klassikers „Let It Be“ eine Single, die Anfang 1976 floppte. Seine Stilwechsel bzw. seine Experimentierfreudigkeit machen das Album als Gesamtwerk sehr abwechslungsreich, so daß zu keiner Zeit Langeweile aufkommt. Alles in allen bietet „The Best Of Leo Sayer“ ein sehr schönes musikalisches Stück 70er Jahre und ist eine Bereicherung für jede Sammlung. |