***** Bis Mitte der 70er Jahre war Schweden international ein popmusikalische Niemandsland. Einzig der Gruppe The Spotnicks war in den 60er und frühen 70er Jahre außerhalb Schwedens Erfolg vergönnt. Dann tauchten 1974 Abba auf, gewannen mit „Waterloo“ den Grand Prix Eurovision De La Chanson und mischten in den nächsten 8 Jahren die internationalen Hitparaden kräftig auf. Im gleichen Jahr konnte die Gruppe Björn Skifs & The Bluebus unter dem Namen Blue Swede mit „Hooked on a feeling“ einen Nummer 1 Hit in den USA landen. Nun wurde das internationale Publikum aufmerksam auf Künstler und Gruppen aus Schweden. Vom Erfolg seiner Landsleute ermutigt, wagte sich auch Harpo Svensson auf das internationale Parkett. In Schweden war er schon seit einigen Jahren ein bekannter Schauspieler und Sänger. Micky Most hatte ihn entdeckt für den internationalen Markt entdeckt und für sein erfolgreiches RAK-Label unter Vertrag genommen. Ende 1974 erschien Harpos erste Single „Baby Boomerang“, die aber in den Regalen der Plattenläden verstaubte. Der Erfolg ließ aber nicht lange auf sich warten, mit Single Nummer 2 „Moviestar“ gelang ihm Ende 1975 der ganz große Wurf. Europaweit war das Lied über einen jungen Träumer, der erst in zwei Fernseh-Werbespots mitgewirkt hatte, sich aber schon als Nachfolger von James Dean sah und von einem Leben im Jetset träumte, ein Bestseller. Und das völlig zu recht, denn so einfach „Moviestar“ auch gestrickt war, so eingängig war es. Und genau das war Harpos Erfolgsrezept, unkomplizierte und eingängige Lieder, die ideale Hintergrundmusik für Partys. Auf der Bühne machte er seinem Namensvetter Harpo Marx alle Ehre und präsentierte sich dem Publikum als Scherzkeks mit dem Hang für allerlei Skurriles und Schräges. Allerdings war ihm nur kurzfristiger Erfolg vergönnt, denn nach seinen weiteren Hits „Motorcycle Mama", „Horoscope", „Rock’n’Roll Clown“, „In The Zum-Zum-Zummernight“ und „Television“ fand ihn das Publikum nicht mehr komisch und ließ ihn nach 1978 in der Versenkung verschwinden. Der Sampler „Movie Star“ aus dem Jahre 1996 beinhaltet neben den Hits „Moviestar“, „Motorcycle Mama“, „Horsocope“, „Rock’n’Roll Clown“ und „In The Zum-Zum-Zummernight“ mit „Television“, „San Francisco Nights“, „With A Girl Like You“, „Bianca“ und „Light A Candle“ weitere, wenig erfolgreiche Single A-Seiten sowie einige recht interessante Albumtitel, von denen „Jessica“ aus dem Jahre 1976 der gelungenste ist. Musikalisch sind sämtliche 14 Titel keine musikalischen Überflieger, bieten aber zum Teil ansprechende und exzellent eingespielte Popmusik, die offenbaren, daß hier echte Profis und keine Stümper am Werke waren. Wer guten Pop aus der Mitte der 70er Jahre zu schätzen weiß, der macht mit diesem Sampler auf jeden Fall einen guten Griff. |