****** Unbeeindruckt von Trends wie Punk, New Wave und Discosound spielte Eric Clapton unbeirrt seine Musik. Das das Publikum so etwas hören wollte, bewies der Erfolg seines im Herbst 1977 erschienenen Longplayers „Slowhand“, nach „461 Ocean Boulevard“ sein größter Soloerfolg in den 70er Jahren. Im Vergleich zu seinen Alben seit 1974 ist auch auf diesen Werk nicht der geringste Leistungsabfall erkennbar. Ganz im Gegenteil, auf „Slowhand“ präsentiert sich Clapton besser denn je. Gleich mit dem Opener, einer kraftvollen Version des J.J. Cale Hits „Cocaine“ setzt er gleich Akzente. Ist das Original von J.J. Cale schon richtig gut, so klingt Claptons äußerst kraftvolle Version einfach nur geil. Fast könnte man meinen, J.J. Cale hätte den Titel extra für Eric Clapton geschrieben. Das der Meister auch die leisen und gefühlvollen Töne perfekt beherrscht, beweist er mit „Wonderful Tonight“. Als Singelauskopplung war diese wirklich schöne Nummer Mitte 1978 ein solider Top 30 Hit in den USA. Ein Top 10 in den Staaten war Anfang 1978 das launische „Lay Down Sally“. Und das völlig zu Recht, denn auch wenn diese Nummer anfänglich wenig spektakulär erscheinen mag, so offenbart sie doch recht schnell ihren Ohrwurmcharakter. Mit Sicherheit ist „Lay Down Sally“ kein Highlight im Gesamtwerk des Eric Clapton, für die damalige Zeit ist sie aber wirklich klasse. „Next Time To See Her“ ist eine schön entspannte und gemütliche Nummer, die man mit Sicherheit immer wieder gerne hört. Ein ruhige Nummer mit leichten C&W Touch ist „We’re All The Way“ aus der Feder von Don Williams. Den Kontrast dazu bietet das fast 9 Minuten lange „The Core“, das Eric zusammen mit seiner Chorsängerin Marcy Levy geschrieben hat. Die Gesangspassagen zwischen Eric und Marcy bieten einen sehr reizvollen Kontrast. Wer auf entspannten, toll gespielten, mit vielen versteckten Feinheiten gespickten Rock steht, der sollte sich diesen äußerst interessanten Titel unbedingt einmal zu Gemüte führen. Richtig poppig kommt E.C. mit der John Martyn Nummer „May You Never“ daher. Das poppige, schlicht gehaltene Titel absolut mitreißend sein können, beweisen Eric und seine Band mit diesem hübschen Stück eindrucksvoll. „Mean Old Frisco“ aus der Feder von Arthur Crudup bietet einen gesunden Blues, der so klingt als hätte ihn eine schwarze Bluesband im tiefsten Süden Amerikas eingespielt. Den Abschluß eines mehr als überzeugenden Albums bildet das harmonische, leicht verträumte „Peaches And Diesel“. Zum vierten Mal hintereinander ist Eric Clapton ein mehr als überzeugendes Album gelungen. Wie bei allen Clapton Werke der 70er Jahre muß man sich auch „Slowhand“ mehrmals anhören, damit sich einen die ganze Klasse dieses vorzüglichen Albums eröffnet. Dann greift auch noch Jahrzehnte nach Erscheinen immer wieder gerne auf dieses Werk zurück.
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