**** In den Jahren 1975/75 war David Essex in England ein absoluter Superstar, dessen Fans ein überwiegend jugendliches Publikum war. Wo er auf der Insel auch auftrat, waren die Hallen proppevoll und seine meist weiblichen Fans kreischten sich die Seelen aus dem Leib. Eine ähnliche Fanhysterie hatten vor um ihm nur T. Rex und David Cassidy und parallel zu ihm nur die Bay City Rollers ausgelöst. Diese Begeisterung kam nicht von ungefähr, wurde David Essex von seinem Management als englischer David Cassidy verkauft. Die Teenagerpresse tat ihr übriges hinzu, in dem sie alle Informationen veröffentlichte, die ihnen von seinem Management zu gespielt wurden. Dabei war seine Musik weit von dem entfernt, was die Bay City Rollers oder David Cassidy (obwohl dieser auch vorzüglichen Pop produzierte) machten. Welche Fanhysterie David Essex in England auslöste, dokumentiert das 1976 erschienene Livealbum „On Tour“. Die insgesamt 15 Stücke wurden während einer großen England-Tournee aufgenommen. Zwischen den einzelnen Stücken hört man das kreischende Publikum. Das David Essex zu jenem Zeitpunkt bei den britischen Teenagern populär war erstaunt um so mehr, wenn man sich einmal sein Programm anhört. Die einzelnen Lieder passen nicht in das Schema des damals angesagten Teeniepop und Davids Stimme klingt als andere als die eines Teeniestars. Neben seinen Hits der Jahre 1973 bis 1975 „Rock On“, „America“, „Gonna Make You A Star“, „Stardust“, „Rolling Stone“ und „Hold Me Close“ bietet David eine Auswahl diverser Titel seiner ersten drei Alben „Rock On“, „David Essex“ und „All The Fun Of The Fair“. Hiervon ist besonders „Good Old Rock And Roll“ in einer donnernden Version erwähnenswert. Im Großen und Ganzen ist „On Tour“ ein Best Of der ersten beiden Jahre, nur das es halt live eingespielt wurde. Die einzelnen Aufnahmen sind sehr gut abgemischt und kommen soundmäßig sehr gut rüber. Wer Livealben mag, der sollte „On Tour“ unbedingt einmal Gehör schenken. |