**** In den Jahren 1974/75 war David Essex in England ein absoluter Superstar. Von seinem Management wurde er als englischer David Cassidy verkauft, dabei war seine Musik weit von der der damals erfolgreichen Teeniestars entfernt. Immerhin konnte er in dieser Zeit eine Reihe Tophits landen, „Gonna Make You A Star“ und „Hold Me Close“ waren sogar Nummer 1 der englischen Charts. Ab 1976 bemühte er sich intensiv um eine Imagekorrektur, wußte er, daß ein Teeniestar ein schnelles Verfallsdatum hat und ebenso in der Versenkung verschwindet, wie er aufgetaucht ist. Entsprechend gelang ihm mit „Out In The Street“ ein bemerkenswertes Album. Den damals eingeschlagenen Weg setzte er auf seinem sechsten, 1977 erschienenen Album „Gold & Invory“ fort. Die insgesamt zwölf Stücke dieses Albums bieten überwiegend launischen, teilweise recht stimmigen Poprock. Musikalisch sind die Stücke recht abwechslungsreich gestaltet, mit leichten Einflüssen von Boogie Woogie („Virginia“), Bluesrock („Whole Lotta Monkey“), amerikanischen Easy Listening („New Horizon“) und Funk („That Circle Keeps On Changing“). Mit „Cool Out Tonight“ enthält das Album einen Singlehit, mit dem David im Oktober 1977 in die englischen Top 30 kam. „Cool Out Tonight“ erinnert an seinen zweiten Nummer 1 Hit „Hold Me Close“, ohne allerdings so richtig zu überzeugen. Die restlichen Stücken sind recht guter Pop. Die einzelnen Kompositionen sind durchwegs gut und beweisen, daß David ein wirklich guter Songschreiber war, der aber seine enormen Fähigkeiten nie ganz ausschöpfte. Im Großen und Ganzen ist „Gold & Ivory“ ein ordentliches Album, das einen zwar nicht unbedingt vom Hocker reißt, aber andererseits auch nicht verärgert. Das Album eignet sich sehr gut als Hintergrundmusik, wenn man irgendwelchen Tätigkeiten nachgeht. |