| ****** Im Zuge des Glamrocks startete Roxy Music im Jahre 1971. Gerade in Studenten– und Intellektuellkreisen fand die Gruppe mit ihrer intelligenten Rockmusik eine interessierte Fangemeinde. Ihr erstes Debütalbum „Roxy Music“ ließ die Rockfreunde 1972 aufhorchen. Im selben Jahr später gelang der Gruppe mit dem Album „For Your Pleasure“ und der Single „Virginia Plain“ der große Durchbruch. In Phantasiekostümen aus Leder, Seide und Federn, mit bunt gefärbten Haaren und dekadenten Make-up begeisterten Brian Ferry, Brian Eno, Andy Mackay, Phil Manzanera und John Gustavson das Publikum. Gerade Brian Ferry und Brian Eno, die beiden kreativen Köpfe der Gruppe, übertrafen sich auf der Bühne als exotische Paradiesvögel. Nach dem zweiten Album „For Your Pleasure“ verließ Brian Eno 1973 die Gruppe und widmete sich seinen Soloprojekten. Mit seinen elektronischen Experimenten verzückte er die Intellektuellen und die Kritiker, seine Platten verstaubten aber in den Regalen der Plattenläden. Aber auch ohne ihren exzentrischen Star war die Gruppe erfolgreich und eine Klasse für sich. „Virginia Plain“, „Pyjamarama“, „Street Life“, „All I Want Is you“ und „Love Is The Drug“ hießen Roxy Musics Erfolgstitel der Jahre 1972 - 1976. Im Gegensatz zu anderen Glamstars wie David Bowie etc. verzichteten die Roxy auf das in dieser Szene übliche bisexuellen Image. Ganz im Gegenteil, auf ihren teilweise sexistischen Plattencovern und in den Texten ihrer Lieder frönten Brian & Co. ihrer Leidenschaft: Schöne Frauen. Sie produzierten zwischen 1972 und 1976 eine Reihe von LP’S, die Kritiker und Fans gleichermaßen in Verzückung versetzten. Roxy Music gehörten in den 70er Jahren zu den wegweisenden und innovativen Gruppen der Rockmusik. Vor allem das modische Outfit (lässiger Anzug, Krawatte, modischer Kurzhaarschnitt) von Brian Ferry setzte Maßstäbe und wurde Anfang der 80er von jungen Bands der New Romantic Szene kopiert. Nach dem letzten Hit „Both End Burning“ Anfang 1976 sah es so aus, als wäre die Gruppe auf Nimmerwiedersehn verschwunden. Zumal Brian Ferry ab 1973 erfolgreiche Soloplatten auf den Markt gebracht hatte und mit „A Hard Rain’s Gonna Fall“, „The In Crowd“, „Smoke Gets In Your Eyes“, „Let’s Stick Together“, „The Price Of Love“, „This Is Tomorrow“ und „Tokyo Joe“ sich als erfolgreicher Solist etabliert hatte. Um so überraschender war, als Roxy Music 1979 urplötzlich mit dem Album „Manifesto“ und der Single „Dance Away“ aus der Versenkung auftauchten. Musikalisch hatte sich bei der Gruppe einiges getan. Brachten sie früher flippige, avantgardistisch angehauchte Rockmusik, so boten sie jetzt einen ruhigen, entspannten Poprock, zu dem sich ausgezeichnet tanzen ließ. Viele ihrer alten Fans wandten sich enttäuscht von Roxy Music ab, doch der Stilwechsel bescherte der Band jede Menge neuer Anhänger. Bis zu ihrer Trennung 1983 hatten sie mit „Dance Away“, „Angel Eyes“, „Over You“, „Oh Yeah“, „The Same Old scene“, „Jealous Guy“, „More Than This“ und „Avalon“ weitere sehr erfolgreiche Hits. Brian Ferry konzentrierte sich nach dem Ende von Roxy Music voll und ganz auf seine Solokarriere, die trotz hervorragender Platten und einigen Hits nie so richtig in Schwung kam. Im Jahre 2001 gingen Roxy Music noch einmal auf eine große Welttournee und brachten mit ihren alten Hits Fans und Nostalgiker zum träumen. Der Sampler „The Ultimative Collection“ präsentiert einige der erfolgreichsten Roxy Music Hits der Jahre 1974-1982 („All I Want Is You“, „Love Is The Drug“, „Dance Away“, „Angel Eyes“, „Jealous Guy“ und „Avalon“), Brian Ferry Hits der Jahre 1974-1986 („The ‘In‘ Crowd“, „Let’s Stich Together“, „The Price Of Love“, „This Is Tomorrow“, „Tokyo Joe“, „Slave To Love“ und „Don’t Stop The Dance“) sowie mit „He’ll Have To Go“ ein erstmals auf diesem Sampler veröffentlichten Solowerk von Brian. Zwar hätte man „The Ultimative Collection“ noch mit den Roxy Hits der Jahre 1972/73 sowie den Brian Ferry Hits „A Hard Rain’s Gonna Fall“ und „Smoke Gets In Your Eyes“ anreichern bzw. erweitern können, aber die vorhandenen 15 Titel machen Lust auf mehr. Musikalisch ist das alles exzellent gespielt und gesungen und der beste Einstieg in die musikalische Welt von Roxy Music und Brian Ferry. Wer vorher aber noch einmal auf Nummer Sicher gehen möchte, der sollte unbedingt einmal in „Roxy Music Greatest Hits“ von 1977 reinhören. Hier bekommt man lückenlos alle Roxy Hits der Jahre 1972-1975 sowie einige tolle LP-Titel geboten. Nebenbei ist „Roxy Music Greatest Hits“ die ideale, lückenlose Ergänzung zu „The Ultimative Collection“. Beide Sampler kann man all den Musikfreunden empfehlen, die nicht vorhaben, die sich nicht die komplette Roxy Music- bzw. Brian Ferry Discographie zulegen und sich nur auf die bekannten Stücke begrenzen wollen.
|