****** Der gute Alice Cooper war nie ein Kind von Traurigkeit. Es ist ein offenes Geheimnis, daß zwischen ihm und dem Alkohol eine tiefe und innige Zuneigung bestanden hat. Um vom Alkohol loszukommen, hatte er sich um 1978 in eine Entzugsklinik begeben. Die dort gewonnenen Erfahrungen verarbeitete er in seinem zwölften, im Spätsommer 1978 erschienenen Album „From The Inside“. Für seinen ganz persönlichen Seelenstriptease engagierte er Elton Johns langjährigen Geschäftspartner Bernie Taupin als Texter. Dank der grandiosen Texte dieses begnadeten Texters entstand das wohl qualitativ bestes Alice Cooper-Album überhaupt. Überhaupt scheint es so, als hätte er auch Einfluß auf die Musik gehabt, die irgendwie nach Elton John der Jahre 1975/76 klingt (vielleicht ist das nur meine subjektive Einschätzung, weil ich halt den Namen Bernie Taupin mit Elton John verbinde). Wie dem auch sei, mit „From The Inside“ ist Alice Cooper ein ganz großer Wurf gelungen. Ob er von seinen Erfahrungen in donnernden Stücken wie „From The Inside“, „Wish I Were Born in Beverly Hills“, „Serious“ und „For Veronica’s Sake“ oder in ruhigen Liedern wie „The Quiet Room“, „Nurse Rosetta“, „Milla And Billie“, „How Gonna See Me Now“, „Jacknife Johnny“ und „Inmates (We’re All Crazy)“ verarbeitet; stets bringt er seine ganze Verzweiflung zum Ausdruck. Mit der als Single ausgekoppelten Ballade „How Gonna See Me Now“ gelang Alice Ende 1978 ein respektabler Singlehit in den US-Charts. Was für die vorangegangenen Werke seit 1977 gilt, das gilt auch für „From The Inside“: Seine Fans werden es mögen, und wer bisher keinen Zugang zu seiner Musik gefunden hat, dem wird es auch mit diesem grandiosen Album nicht gelingen. |